Das Europäische Alumni-Forum2017

Das Europäische Alumni-Forum2017

Am 25. März 2017 fand das Europäische Alumni-Forum2017 - Vernetzte Welt heute und morgen - im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin statt.

86

Go East Generationen e.V. organisierte Europäisches Alumni-Forum2017 – „Vernetzte Welt heute und morgen“ in Berlin.

Über 400 Absolventen russischer und sowjetischer Hochschulen diskutierten am Samstag in Berlin in sechs Workshops unter dem Motto „Vernetzte Welt heute und morgen“ aktuelle Herausforderungen in der deutsch-russischen Zusammenarbeit mit besonderem Fokus auf den Informations- und Kommunikationstechnologien. Im anschließenden Plenum ging es um Probleme und Perspektiven in den politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

25. März 2017, Berlin - Zum Auftakt und im Verlaufe der Veranstaltung im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur (RHWK) betonten Redner aus Deutschland und Russland die Wichtigkeit derartiger Begegnungen in „politisch schwierigen Zeiten“, wie es der Vorsitzende von Go East Generationen e.V. Matthias Nagel formulierte. Die Staatssekretärin für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund, Dr. Pirko Kristin Zinnow, beschrieb am Beispiel von Aktivitäten ihrer Landesregierung, wie den regelmäßig stattfindenden Russlandtagen in Rostock, wie auf Landesebene Beziehungen zu Russland gestaltet werden.

Der Botschafter Russlands in Deutschland, Wladimir Grinin, benannte die Zusammenarbeit in der Laser- und Biotechnologie sowie in der Kosmos- und Polarforschung als Beleg der engen wissenschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder. Nachdem das erfolgreiche Jahr des Deutsch-Russischen Jugendaustauschs im Juni seinen Abschluss finde, werde sich daran, so der Botschafter, das Jahr der Deutsch-Russischen regionalen Zusammenarbeit anschließen.

„Bildung, Wissenschaft und Kunst sind drei Grundsteine, auf denen die gesamte Zivilisation basiert. Sie sind globaler Natur und sollten sich über Ländergrenzen hinweg entwickeln können. Unser heutiges Treffen leistet einen Beitrag in diese Richtung“, erklärte Professor Wladimir Kutusow, Rektor der Petersburger Elektrotechnischen Universität "LETI". Professor László Ungvári, Rektor der Technischen Hochschule Wildau, erklärte, dass es einen hohen Anteil internationaler Studierender an seiner Hochschule gibt. Der Anteil liegt bei 25 Prozent. Außerdem stellte er gemeinsame deutsch-russische Studienprogramme sowie die Möglichkeit von Doppelabschlüssen, die mit Hochschulen in Partnerländern vereinbart wurden, vor.

Dr. Larisa Jefremowa, Prorektorin für internationale akademische Mobilität der Russischen Universität der Völkerfreundschaft (RUDN) in Moskau referierte über die zahlreichen Aktivitäten ihrer Hochschule zur Aufrechterhaltung der Kontakte zu ehemaligen Absolventen. Dr. Wladimir Tschetij, Präsident des Weltverbandes der Absolventen russischer Hochschulen, stimmte die Teilnehmer auf die 19. Weltfestspiele der Jungend und Studenten, die im Oktober in Sotschi stattfinden werden, ein. Alexander Anisimow, Direktor des RHWK kündigte ein Stipendienprogramm seiner Organisation Rossotrudnitschestwo an, im Rahmen dessen 100 deutsche Studierende an russische Hochschulen eingeladen werden.

Workshops mit großer Themenvielfalt und hochkarätigen Rednern

Die anschließenden sechs Workshops widmeten sich Themen wie die neuen Technologien und deren Einfluss auf Alltag und Arbeitsumfeld, Telekommunikation und Gesundheitsversorgung, Auswirkungen der Digitalisierung auf den Alltag, Rechtsfragen im digitalen Zeitalter, Hochschulen und ihre Alumninetzwerke sowie Kunst und Kultur in der digitalen Zukunftswelt. Die Workshops wurden gemeinschaftlich von einem russischen und einem deutschen Moderator vorbereitet und geleitet. Für Vorträge in den Workshops konnten hochkarätige Experten aus Deutschland und Russland, wie von der Elektrotechnischen Universität "LETI" und der Polytechnischen Universität aus Sankt Petersburg, der Moskauer Staatlichen Universität für Bauwesen, der TU Bergakademie Freiberg, der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Berlin, dem Ostinstitut Wismar, dem Koch-Metschnikow-Forum der Hochschule Magdeburg-Stendal und der TU Ilmenau gewonnen werden.

Plenum fordert konkrete Schritte zur Verbesserung der Beziehungen Im Plenum diskutierten unter der Leitung des Journalisten Dr. Hubert Thielicke die Repräsentanten des Deutsch-Russischen Forums Professor Alexander Rahr und Professor Wilfried Bergmann sowie Dr. Sergey Nikitin, Leiter der Deutschland-Repräsentanz der Handels- und Industriekammer der Russischen Föderation.

Bergmann bezeichnete die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland als gut, „nicht jedoch sehr gut“. Der in den letzten Jahren aufgetretene Vertrauensverlust hätte sich auch in diesem Bereich negativ ausgewirkt. Bergmann forderte erhöhte Anstrengungen zur Verstärkung des Russischunterrichts an deutschen Schulen. Auch in Russland würden zu wenige Menschen Deutsch lernen, beklagte er. Das würde langfristig die Kommunikation erheblich erschweren, warnte Bergmann.

Der Politologe Alexander Rahr bezeichnete die politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern als „katastrophal schlecht“ und äußerte die Hoffnung, dass der für Anfang Mai angekündigte Besuch von Bundeskanzlerin Merkel in Moskau neue Impulse setzt. Er forderte eine neue Sicherheitsstruktur für Europa in die Russland von Anfang an gebührend einbezogen werde. Rahr sprach sich dafür aus, die Idee eines gemeinsamen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok stärker zu verfolgen. Auch eine engere Zusammenarbeit zwischen der EU und dem Eurasischen Wirtschaftsraum sei eine Strategie, „damit wir unser komfortables Leben der letzten Jahre erhalten können“.

Sergey Nikitin zeigte sich verhalten optimistisch bezüglich der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Dem starken Rückgang des Handelsvolumens der letzten Jahre stünden sehr hohe Investitionen deutscher Unternehmen in Russland im letzten Jahr gegenüber. Es seien die höchsten in der postsowjetischen Zeit gewesen. Er beobachte ebenfalls ein stärkeres Interesse von Unternehmen seines Landes in Deutschland zu investieren. Leider, so der IHK-Vertreter, sähen sich seine Landsleute oft mit vielen behördlichen Hürden konfrontiert.

Die Veranstaltung wurde von einer ganztägig geöffneten Projektbörse mit über 30 russischen und deutschen Ausstellern umrahmt. Am Abend rundeten ein Empfang in der Botschaft der Russischen Föderation und ein Konzert mit Andrej Hermlin und seinem Swing Dance Orchestra den Tag ab.

Das Forum2017 wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst aus Mitteln des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, von der Staatlichen Elektrotechnischen Universität LETI in Sankt Petersburg und der Russischen Universität der Völkerfreundschaft RUDN in Moskau unterstützt. Zu den Partnern von Go East Generationen e.V. gehören die Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland, das Deutsch-Russischen Forum e.V., das Koch-Metschnikov-Forum e.V., der Wirtschaftsclub Russland e.V. sowie die Kommunikationsagentur KaiserCommunication GmbH unterstützt.

Bildergalerie

Go East Generationen e.V.